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Freundschaft, Liebe, Sexualität und mehrDokumentation einer Projektwoche in der Gesamtschule Buntekuh, Lübeck Ein kooperatives Projekt von
Inhalte/Themen:
Methoden:Ein wichtiger Punkt, um eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen bestand darin, sich zunächst über den Umgang miteinander auseinanderzusetzen. Es wurde ein Vertrag mit den Jugendlichen ausgehandelt, so daß sich die Einzelnen vorstellen konnten, offener miteinander zu sprechen und zu arbeiten. Die einzelnen Punkte dieser Verabredung wur-den im Sprachgebrauch der SchülerInnen festgehalten und solange diskutiert, bis alle bereit waren, die Einhaltung der selbstgesuchten Regeln zu unterschreiben. Folgende Punkte wurden genannt:
Ein weiterer wichtiger methodischer Bestandteil war die Einrichtung eines "anonymen Fragekastens". Jeden Morgen erhielten die SchülerInnen die Möglichkeit, auf zwei Kärtchen anonyme Fragen zu Themen zu stellen, die sie sich öffentlich nicht getraut hätten zu fragen. Häufig wurden auch Anmerkungen zum Miteinander in der Gruppe auf die Karten geschrieben. Der Kasten wurde von den TeamerInnen täglich geleert, und ein Teil der Fragen in der Morgenrunde oder den entsprechenden Themeneinheiten beantwortet. Die übrigen Fragen wurden für die "große Fragerunde" am letzten Tag der Projektwoche gesammelt und dort beantwortet. Methodisch wurde mit Mitteln des "Lebendigen Lernens" gearbeitet. Die Methoden des lebendigen Lernens bedeuten, abwechslungsreich mit spielerischen Methoden Gesprächsanreize zu bieten. Die Planung der Tage erfolgte prozessorientiert, d.h. die Inhalte, Methoden und gruppendynamischen Aspekte wurden im Team ausge-wertet und bei der Planung des nächstes Tages berücksichtigt. Höhen und Tiefen:Auffällig war in den Klassen der altersbedingte typisch unterschiedliche Entwicklungsstand zwischen Jungen und Mädchen. Während einige Mädchen äußerten, daß diese Projekt-woche um ein Jahr zu spät käme, schien für einige Jungen das Thema Sexualität noch sehr weit von ihren Bedürfnissen und ihrer Lebensrealität entfernt zu sein. Die "Knackpunkte" lagen in den einzelnen Klassen sehr unterschiedlich. Für einen Teil der Jugendlichen war der spielerische Zugang zu einigen Themen ungewohnt und schwierig. Motivationsanreize halfen den Widerstand zu überwinden. Im Laufe der Woche zeigte sich, daß viele sich auf spielerische Einstieg und Zugänge zu einem Thema einließen und mit Begeisterung dabei waren. Die Gruppendynamik wurde zum Teil von einigen Jungen erheblich gestört. Hervorzuhe-ben ist an dieser Stelle, daß die Kritik hierüber aus der eigenen Gruppe, insbesondere von den Mädchen kam, so daß das Korrektiv nicht von TeamerInnenseite kam. Viel Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen erforderte es, daß auch die stilleren Jugendlichen zu Wort kamen und das Gespräch nicht nur über diejenigen lief, die ein großes Selbstdarstellungsbedürfnis hatten. Auswertung:Insgesamt ist die Projektwoche erfolgreich verlaufen. Die Zusammenarbeit verschiedener Fachleute im Team war ausgesprochen produktiv und hat sich in einer vielfältigen Gestal-tung der Themen und Tage gezeigt. Erfreulich war ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit den KollegInnen der 9. Jahrgangsstufe, die sich durch ein hohes Maß an Transparenz und Kooperationsbereitschaft auszeichnete. Dass die LehrerInnen an der Veranstaltung nicht teilnahmen, ist von den SchülerInnen als sehr positiv bewertet worden; ebenso die Mitbestimmung und Einflußnahme durch den Fragebogen. Die Dauer der Veranstaltung von einer Woche erwies sich als angemessen. Auf diese Weise konnte ein Spannungsbogen aufgebaut werden: Von Kennenlernphasen und einem Einlassen auf die Thematik zu einer intensiven Auseinandersetzung mit bestimmten Aspekten bis hin zu einem Rückblick und Ausklang der Projekttage. Die freien Nachmittage ließen den SchülerInnen die Möglichkeit, die Erfahrungen der Vormittage nachwirken zu lassen, und dem Team die Zeit, den nächsten Tag zu gestalten. Die häufige Arbeit in Kleingruppen, homo- oder heterogen, bot genügend Raum für alle Jugendlichen, ihre Meinung zu äußern. Insgesamt führte die Projektwoche zu einer Veränderung der Gruppendynamik in den Klassen. In Übungen wie z. B.: "Der warme Rücken", bei der sich KlassenkameradInnen untereinander positive Rückmeldungen geben, äußerten einige, daß sie ihre Meinungen und Vorurteile gegenüber MitschülerInnen in Frage gestellt und einander auf ganz neue Weise kennengelernt hätten. Die Diskussionen führten zu mehr Akzeptanz der verschiedenen Standpunkte, vor allem da, wo deutlich wurde, daß es kein richtig oder falsch gibt - unterschiedliche Ansichten einfach nebeneinander stehen gelassen wurden. Ein wichtiger Aspekt der Projektwoche war die selbstverständliche Behandlung des Themas "Homo-Hetero-Bisexualität". Die Auseinandersetzung mit dem Thema "Homosexualtät" stieß in vielen Fällen auf Abwehr und war von negativen Vorurteilen ge-prägt. Die Einbeziehung der sexuellen Orientierung einzelner TeamerInnen führte zu an-geregten Diskussionen. Einerseits führte der direkte Kontakt zu Lesben und Schwulen zu vielen Fragen, die die Jugendlichen sich trauten zu stellen. Andererseits wurde auch geäußert, daß das Wissen um die Lebensweise der TeamerInnen zu Beginn des Semi-nars die Arbeit mit den eigenen Vorurteilen behindert hätte. Ausblick:
Die Erfahrungen der Projektwoche zeigen, daß die sexualpädagogische Arbeit an Schulen sowohl notwendig und sinnvoll, als auch von den Lehrkräften erwünscht ist.
Zusammenfassend ist festzuhalten, daß die erfolgreiche Durchführung dieser Projektwo-che einen erheblichen Aufwand an Arbeitszeit, Honorar-/Materialkosten erfordert hat, und ohne die finanzielle und personelle Unterstüzung der nachfolgend genannten OrganisatorInnen und UnterstützerInnen nicht hätte durchgeführt werden können:
Perspektivisch muss nach Möglichkeiten gesucht werden, um die Durchführung dieses wichtigen und erfolgreichen Projektes durch eine geregelte Finanzierung, angemessene Räumlichkeiten und einem festen Team kontinuierliches zu ermöglichen. Beispiele aus unserem Veranstaltungsangebot <zurück>
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